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5 Regeln für Fliesen auf schiefem Untergrund

From JME Training Academy

Zur Kontrolle gehört auch eine Messung des Ist-Zustands. Ein einfacher Trittschallversuch mit einem harten Gegenstand auf dem fertigen Boden zeigt, ob die Konstruktion schwingt oder klopft. Wer sicher planen will, lässt den Aufbau vor der endgültigen Entscheidung prüfen, idealerweise mit einer Messung nach Norm. Im Altbau lohnt sich zudem ein Blick auf die Deckenuntersicht: Sind dort Risse, Hohlräume oder alte Einschübe, muss zuerst saniert werden, sonst wandert der Schall ungehindert weiter.

Nach dem Einbringen der Spachtelmasse heißt es warten. Wer zu früh schleift oder streicht, zerstört die Reparatur. Die Masse muss vollständig aushärten, das kann je nach Produkt und Schichtdicke mehrere Stunden dauern. Ein häufiger Fehler ist das Auftragen mehrerer dicker Schichten übereinander. Besser ist es, dünn zu spachteln und nach dem Trocknen eine zweite Schicht aufzutragen, bis die Fläche bündig ist. Dabei den Spachtel leicht über die Wand ziehen, nicht senkrecht hineindrücken. So entsteht eine glatte Oberfläche ohne Überstände.

Um Veränderungen zu erkennen, werden Risse markiert. Dafür eignet sich ein dünner Strich mit einem wasserfesten Stift quer über den Riss, oder ein aufgeklebter Papierstreifen. Datum notieren, nach vier Wochen nachsehen. Hat sich die Markierung verschoben oder ist der Streifen gerissen, bewegt sich die Wand. Dann ist eine fachliche Begutachtung nötig, besonders wenn der Riss breiter als zwei Millimeter ist, wenn er über Eck läuft oder wenn Türen und Fenster klemmen.

Kleber, Zahnung und Fugenbreite richtig wählen Für Wandfliesen im Trockenbereich reicht ein zementärer Dünnbettkleber der Klasse C1. In Feuchträumen oder direkt im Spritzbereich des Waschbeckens sollte es C2 sein, also ein flexibler, wasserfester Kleber. Angemischt wird nach Herstellerangabe, mit einem Quirl bei niedriger Drehzahl, dann fünf Minuten reifen lassen und noch einmal kurz durchrühren. Zu dünn angerührter Kleber läuft die Wand herunter, zu dicker haftet er nicht. Aufgetragen wird mit einer Zahnkelle; für Fliesen bis 20 Zentimeter Kantenlänge genügt eine Zahnung von 6 Millimetern, darüber 8 bis 10 Millimeter. Die Fugenbreite liegt bei 2 bis 3 Millimetern, bei großformatigen Fliesen eher bei 3 Millimetern, damit kleine Ungenauigkeiten nicht auffallen.

Ein Riss in der Wand ist zunächst nur eine sichtbare Trennung des Materials. Entscheidend ist nicht, ob er da ist, sondern wie er verläuft, wie breit er ist und ob er sich verändert. Wer das falsch einschätzt, saniert entweder unnötig teuer oder übersieht eine echte Gefahr. Deshalb steht am Anfang jeder Beurteilung eine Bestandsaufnahme und keine Reparatur.

Zuerst wird gemessen, nicht geschätzt. Eine lange Richtlatte oder ein Aluminiumlineal von mindestens einem Meter Länge auf den Untergrund legen und mit einer Fühlerlehre oder einem Messkeil den größten Spalt unter der Latte ermitteln. Als Faustregel gilt: Bei Fliesen bis 30 Zentimeter Kantenlänge dürfen es wenige Millimeter sein, bei großformatigen Platten im Format 60 mal 60 Zentimeter oder mehr deutlich weniger. Je größer die Fliese, desto gnadenloser zeigt sich jede Welle. Auch die Wasserwaage in zwei Richtungen prüfen, denn eine schiefe Wand verzeiht keine große Platte.

Zuerst wird gemessen. Haarrisse haben eine Breite unter 0,2 Millimetern und laufen meist netzartig über den Putz oder die Tapete. Sie entstehen durch Spannungen beim Trocknen, durch Temperaturschwankungen oder durch minimale Bewegungen im Untergrund. Ein einzelner Haarriss ist kein Grund zur Sorge, solange er nicht in einem Bereich mit Feuchtigkeit oder über einer Fuge auftritt. Kritisch wird es, wenn mehrere Haarrisse plötzlich auftauchen und sich in einem bestimmten Muster bündeln.

Setzriss, Schwindriss oder statisches Problem Setzrisse sind breiter, oft 0,5 bis mehrere Millimeter, und verlaufen typischerweise diagonal oder treppenförmig. Sie entstehen, wenn sich der Baugrund setzt oder wenn ein Anbau anders arbeitet als das Hauptgebäude. Ein Setzriss ist nicht automatisch ein Mangel, aber er muss beobachtet werden. Ein Schwindriss dagegen ist die Folge von zu schnellem Austrocknen von Putz oder Estrich und zeigt sich meist als gerade, leicht geöffnete Linie. Für die Einschätzung ist die Richtung wichtig: Risse, die einer Fuge folgen, sind harmloser als Risse, die quer durch Mauerwerk laufen.

Ein Spiegel über dem Waschbecken im Gäste-WC oder in der Küche wirkt erst dann fertig, wenn darunter und daneben Fliesen sitzen. Wer nur ein kleines Feld kleben will, braucht dafür keinen Fliesenleger. Entscheidend sind der Untergrund, der Kleber und die Reihenfolge der Arbeit. Wer diese drei Punkte beherrscht, bekommt ein sauberes Ergebnis, das auch nach Jahren nicht abfällt.

Erst ausgleichen, dann kleben Kleine Unebenheiten lassen sich mit einer Ausgleichsmasse egalisieren. Dafür den Untergrund vorher gründlich saugen, lose Partikel entfernen und je nach Material eine Grundierung aufrollen, damit die Masse nicht zu schnell Wasser verliert und Risse bekommt. Die Ausgleichsmasse mit einer Zahnkelle oder einem Rakel verteilen, nicht einfach auskippen, und die angegebene Verarbeitungszeit einhalten. Zu dünn angemischte Masse verläuft schlecht, zu dicke lässt sich nicht mehr ziehen. Bei größeren Höhenunterschieden oder losem Putz hilft nur eines: abschlagen und neu aufbauen, nicht kaschieren.