Welche Werkzeuge reichen wirklich für eine Renovierung?
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Typische Fehler zeigen sich meist nach einigen Monaten. Ein häufiger Fehler ist zu wenig Kleber: Wer nur vier kleine Punkte setzt, bekommt Spannungen, weil sich das Gewicht auf wenige Stellen konzentriert. Ein anderer Fehler ist das sofortige Andrücken mit voller Kraft – der Kleber braucht Zeit, um abzubinden, und wer zu früh nachjustiert, zerstört die Haftung. Bei Spiegeln im Gäste-WC kommt Feuchtigkeit hinzu. Wer dort auf wasserfesten Kleber verzichtet, riskiert, dass sich der Spiegel langsam löst. Nach dem Anbringen den Spiegel mindestens einen Tag nicht belasten, besser zwei.
Erst prüfen, dann spachteln Zuerst wird der Untergrund kontrolliert. Mit einer langen Richtlatte oder Wasserwaage lässt sich feststellen, wo Hoch- und Tiefpunkte liegen. Alte Farbreste, Kleberreste, Öl oder Staub müssen entfernt werden, sonst hält keine Grundierung. Saugfähige Untergründe wie Estrich oder Putz werden mit einer passenden Grundierung vorbehandelt, damit der Spachtel nicht zu schnell Wasser verliert. Bei Beton prüft man die Restfeuchte, denn zu feuchter Untergrund führt später zu Ablösungen. Ist der Untergrund tragfähig, folgt das Ausgleichen: Dünnschicht-Spachtelmasse für kleine Unebenheiten, Fließspachtel für größere Flächen. Die Masse wird mit einer Zahntraufel oder Glättkelle verteilt und anschließend abgezogen. Trocknungszeiten unbedingt einhalten, sonst reißt die Spachtelschicht.
Nach dem Verlegen bleibt der Fugenmörtel. Er darf nicht zu früh eingebracht werden, sonst schwemmt er die noch weiche Kleberschicht auf. Bei unebenem Untergrund empfiehlt sich ein flexibler Fugenmörtel, der kleine Bewegungen aufnehmen kann. Wer diese Schritte einhält, bekommt einen Fliesenbelag, der auch auf schwierigem Untergrund dauerhaft hält und keine hohlen Stellen entwickelt.
Der häufigste Fehler ist das Streichen in getrennten Bahnen mit Pausen dazwischen. Wer eine Bahn zieht, dann Farbe nachfüllt und erst danach weiterrollt, erzeugt eine sichtbare Kante: Die erste Bahn hat bereits angezogen, die zweite ist noch feucht. Richtig ist, immer eine zusammenhängende Fläche nass in nass zu halten. Dazu wird die Farbe in Zickzack- oder W-Bewegungen aufgetragen und anschließend mit parallelen, überlappenden Zügen verteilt – ohne zwischendurch die Rolle trocken laufen zu lassen.
Beim Spachteln selbst wird die Masse mit einer breiten Kelle oder einem Spachtel in kurzen, sich überlappenden Bahnen aufgetragen. Die Kelle wird flach geführt, nicht im rechten Winkel zur Wand. Nach dem Auftragen wird die Fläche mit einer Richtlatte abgezogen, um Überschüsse zu entfernen. Die Latte wird dabei langsam und gleichmäßig bewegt. Wer zu schnell arbeitet, reißt Löcher in die frische Schicht. Nach dem Abziehen wird die Fläche mit einem Schwamm oder einer Filzscheibe leicht angefeuchtet und geglättet.
Die größte Fehlerquelle liegt nicht im fehlenden Werkzeug, sondern im falschen. Ein zu kleiner Akkuschrauber quält sich durch Beton, ein Billigbohrer verbrennt den Putz, ein stumpfer Cutter reißt die Tapete ein. Deshalb gilt: lieber ein Werkzeug in mittlerer Qualität als drei in schlechter. Beim Bohren in Fliesen zuerst mit einem Körner ansetzen und langsam ohne Schlag arbeiten, sonst platzt die Glasur. Für Gipskarton reicht ein normaler Holzbohrer, für Beton braucht es eine Schlagbohrmaschine mit passendem Steinbohrer.
Beim Fliesenlegen auf unebenen Flächen arbeitet man am besten mit dem Buttering-Floating-Verfahren: Kleber sowohl auf den Untergrund als auch auf die Rückseite der Fliese auftragen. So lassen sich kleine Unebenheiten ausgleichen, ohne dass Hohlräume entstehen. Der Kleber wird mit einer Zahnkelle in eine Richtung gezogen, die Fliese leicht angedrückt und mit dem Gummihammer oder einem Fliesenlegerbrett angeklopft. Besonders bei großen Formaten ist ein Kleberbett Pflicht, sonst brechen die Platten an den Ecken.
Für die eigentliche Arbeit wird zuerst der Untergrund vorbereitet. Lose Putzreste, alte Farbschichten und Staub müssen weg, sonst hält keine Spachtelmasse. Tiefe Risse und Ausbrüche werden mit Reparaturmörtel geschlossen und dürfen vollständig aushärten. Saugende Untergründe werden mit einer Grundierung behandelt, damit die Spachtelmasse nicht zu schnell Wasser verliert. Bei stark unebenen Flächen lohnt sich ein Vorspachteln mit einer groben Mischung, die Unebenheiten bis zu mehreren Zentimetern ausgleicht.
Wer eine Wohnung oder ein Haus renoviert, steht schnell vor einem Berg von Werkzeuglisten. Dabei braucht es für die meisten Arbeiten erstaunlich wenig: einen Hammer, einen Akkuschrauber mit zwei Bit-Sätzen, einen Satz Schraubendreher, eine Wasserwaage, ein Maßband, einen Cutter und eine Zange. Dazu ein paar Verbrauchsmaterialien wie Dübel, Schrauben, Malerkrepp und Staubfolie. Wer sich daran hält, kommt bei Tapezieren, Streichen, Möbelaufbau und kleineren Reparaturen erstaunlich weit.
Beim Aufbau von Schränken und Regalen ist ein Akkuschrauber mit Drehmomenteinstellung Pflicht. Zu fest angezogene Schrauben in Spanplatten drehen durch, das Loch ist ruiniert. Hier hilft es, mit dem Handschraubendreher vorzubohren und erst dann den Akkuschrauber auf niedriger Stufe zu nutzen. Wasserwaage und Zollstock beim Ausrichten nicht vergessen, sonst hängt die Tür schief.